youll never beat the irish

Bei der EURO 2012 in Polen beobachtete ÖFB-Assistenztrainer Fritz Schmid das Nationalteam Irlands, einen der fünf Gruppengegner Österreichs bei der kommenden WM-Qualifikation fürs Endrundenturnier in Brasilien 2014.

Dabei machte er Bekanntschaft mit den irischen Fans: viele der irischen Schlachtenbummler hatten wie Schmid in Sopot ein Basislager aufgeschlagen, einer kleinen Kurstadt an der Danziger Bucht, in unmittelbarster Nähe zum Quartier von Giovanni Trapattonis Mannschaft.

Das bescherte dem österreichischen Spion unter anderem auch zwei höchst erlebnisreiche Bahnreisen von Sopot zum Spielort Posen, gemeinsam mit gefühlten 30'000 sing- und trinkfesten irischen Fans, die nicht nur beim Bahnreisenden unvergessliche Eindrücke hinterliessen.

Während Giovanni Trapattonis Spieler bei ihren verunglückten Auftritten gegen Kroatien, Spanien und Italien chancenlos blieben, sorgten ihre Anhänger beim Spiel gegen Spanien nämlich für einen der bewegendsten Momente des gesamten Turniers.

Da liegen die "boys in green" 0:4 zurück, die Partie ist längst entschieden, und dann erheben die irischen Fans ihre mächtige Stimme: Fields of Athenry. Von der 86. Minute bis weit nach Schlusspfiff intoniert ein 20'000-köpfiger Männerchor in Grün seine Version des traditionellen Folksongs.

Die Ende der 70er entstandene Ballade erzählt von der grossen Hungersnot Mitte 19. Jahrhundert, vom Mann, der Getreide stiehlt, um seine Familie vor dem Hungertod zu retten, und deshalb nach Australien deportiert wird. Dort träumt er voller Sehnsucht nach der Heimat von der grünen Insel.

Die spanischen Fans verstummen respektvoll, die TV-Kommentatoren auf Europas Bildschirmen schweigen und ganz kurz verschwindet aller Zynismus aus dieser EM. Auch wenn die Lage aussichtlos ist, Irlands Stolz wird niemals brechen.

UEFA-Präsident Michel Platini will den irischen Fans für ihr grossartiges Verhalten einen Sonderpreis verleihen. Österreichs Assistenztrainer freut sich auf zwei WM-Qualifikationsspiele gegen die "boys in green".

 

 

 

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